Holztrocknung mit Sonnenenergie – wie Hildebrand neue Maßstäbe setzt
Viele moderne Sägewerke erzeugen mittlerweile elektrische Energie durch Photovoltaikanlagen, denn sie haben große Dachflächen zur Verfügung und gleichzeitig einen hohen Eigenverbrauch.
Trockenkammern mit Solarzellen zu bestücken, wurde bisher selten in Betracht gezogen. Bei einer Trockenkammer mit 100 m² Dachfläche lässt sich meist nur etwa die Hälfte sinnvoll mit Modulen belegen und es bleibt das Problem, dass das austretende Kondensat die Effizienz einschränkt und sogar schädlich für anfällige Bauteile sein kann. Gerade wegen ihrer reflektierenden Dachflächen sind Trockenkammern prädestiniert für bifaziale Solarmodule. Bifazial bedeutet, dass die Paneele auch mit ihrer Rückseite Strom erzeugen und somit einen deutlich höheren Energieertrag liefern.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, den erzeugten Solarstrom direkt in der Heizeinrichtung der Trockenkammer einzusetzen. Hildebrand bietet dazu zwei Möglichkeiten: 1. Es werden zusätzliche Elektroheizregister eingebaut oder 2. Über einen Bypass wird die Vorlauftemperatur erhöht. Dabei verzichtet man auf teure Wechselrichter, denn bei der direkten Umwandlung von Gleichstrom in Wärme liegt der Wirkungsgrad physikalisch bedingt nahezu bei 100 % – ein klarer Vorteil gegenüber anderen Energieformen. Die zusätzliche Wärme kann vielseitig in der Holztrocknung eingesetzt werden. Sie kann das Aufheizen beschleunigen und somit die Trockenzeit verringern. Sie kann zur Totwärmevermeidung beitragen oder die Heizregister kontinuierlich unterstützen und Heizspitzen, die die Kesselanlage belasten, verhindern.
Alles in allem birgt die Solarstromerzeugung in der Holztrocknung ein großes Potential. Nicht nur als Ergänzung zu Energie- und CO₂-Einsparungsmaßnahmen, wie moderne Wärmerückgewinnung oder das GreenKilns®system, sondern auch zur Erhöhung der Effektivität und Flexibilität. Und was passiert nachts, wenn die Sonne Pause macht?